Gewitter auf Türkisch.

Da ist er. Der nächste Blitz in der Ferne. Dieses Mal allerdings deutlich erkennbar. In einigen Kilometern Entfernung zuckt der Lichtstreifen fast waagerecht über den Horizont. Gleich wird es wieder rumpeln. Und dann kam ein Knall in einer Lautstärke, die einige Spieler vor Schreck zu Boden warf und die Ohren klingeln lies.

Kommen wir mal zur Vorgeschichte. Einige Tage vor Beginn des Trainingslagers der Braunschweiger Eintracht wurde das einzige Testspiel terminiert. Samstag, 15 Uhr Ortszeit. Nach meiner Enttäuschung aufgrund meiner Abschlussprüfung keinen Urlaubsanspruch zu haben, kam sofort die Lust auf, dieses Spiel zu sehen. Kurzerhand wurde der Kurztrip in die Türkei gebucht. Freitagmittag Abflug, Sonntagnachmittag wieder zurück.

Am 12. Januar war es dann soweit. Um kurz nach eins ging es los, auf zu meinem ersten Besuch in der Türkei. Nach einem recht ruhigen Flug waren wir schnell raus aus dem Flughafen, da wir nur mit Handgepäck reisten.

flug

Nach kurzem Transfer zum Hotel waren wir dann auch schon da, fix auf das Zimmer und dann die letzten Minuten vom Abendessen mitnehmen.

hotel
Der Blick vom Balkon

Nach dem sehr reichhaltigem Buffet haben wir uns noch ein bisschen in den Sitzbereich vor der Bar gesetzt. Nach einigen Minuten schauten dann auch ein paar Mitarbeiter vorbei, auch am nächsten Vormittag. So sprachen wir mit dem Fitnesstrainer und der Pressesprecherin sowie dem Redakteur des Social Media Bereichs (glaube das ist die richtige Bezeichnung :D).

Dadurch wussten wir auch von dem drohenden Ausfall des Testspiels, bis kurz vor Beginn schien es aber noch statt zu finden. Gerade als wir uns ein Taxi Richtung „Stadion“ bestellen, da wurden wir vom Co-Trainer Markus Unger aufgehalten.

Das Spiel fiel aus. Total enttäuscht saßen wir in der Lobby. Die ganze Reise umsonst? Kein Training sehen und nicht mal das Spiel? So hockten wir etwas orientierungslos in unseren Sesseln, bis wir irgendwann vom Trainerteam angesprochen wurden. „Wir gucken mal ob wir wenigstens trainieren können, wird bestimmt lustig!“ Kaum waren diese Worte gesprochen, eilten wir in Windeseile ins Zimmer um uns regenfest zu kleiden. Gewitter und eine unglaubliche Menge Regen waren der Grund für die Spielabsage gewesen.

Und so begann die abenteuerliche Fahrt zum Trainingsplatz der Braunschweiger Eintracht. Ich besuchte nicht nur das erste Mal die Türkei, ich durfte auch das erste Mal in einem Fahrzeug, also im Taxi, mit über 50 in eine tiefe Pfütze fahren, quasi eine Wildwasserbahn im Trockenen. Zum Glück wussten wir, wie abgelegen der Trainingsplatz war. Sonst hätten wir uns spätestens nach dem 20. offensichtlich unbewohnten und abgewracktem Haus Sorgen gemacht. Auch die streunenden Hunde waren uns vorher bekannt, verursachten aber trotzdem ein sehr unangenehmes Gefühl. So war die Erleichterung beim Eintreffen am Trainingsplatz groß, vor allem da wir durch Bussi und das Trainerteam gleich sehen konnten, dass wir richtig waren.

Mittlerweile regnete es auch nicht mehr ganz so stark, nur etwas Donnergrollen war aus der Ferne zu vernehmen.

Interessiert wurde das intensive Training beobachtet und das erste Mal die zahlreichen Neuzugänge bewertet.

 

 

 

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Nach und nach wurde der Regen wieder stärker

Daniel Mau von der Braunschweiger Zeitung sowie ein Fotograf im Einsatz für die Eintracht waren die weiteren „externen“ Gäste. Zwischenzeitlich hatte man sich mit einigen Mitarbeitern unter einer kleinen Metalltribüne untergestellt, aber das Gewitter, das einfach nicht wegziehen wollte, verursachte auf die Dauer ein ungutes Gefühl, sodass die Tribüne ziemlich bald wieder komplett verlassen wurde.

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Immerhin einigermaßen trocken, aber nicht gerade gewittersicher
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Benny Kessel hat seinen Laufstil seit seinem Abgang 2015 jedenfalls beibehalten

So kam es schließlich zu dem ohrenbetäubenden Donnern. Nachdem sich alle etwas von dem Schreck erholt hatten, wurde das Training sofort unterbrochen und ein Unterstand gesucht. Als dann alle Spieler, Trainer, Gäste und sonstige Mitarbeiter in einer kleinen Hütte versammelt waren, konnte man die Nervosität bei einigen spüren. Trotz ein paar Witzen über das Erschrecken der jüngeren Spieler, merkte man auch bei den etwas erfahreneren Spielern schnell, dass eine große Portion Respekt vor dem Gewitter vorhanden war. Recht schnell kam es dann auch zu dem Schluss, dass alles eingeräumt werden sollte. So erlebte ich meine erste Taktikbesprechung der Eintracht. Zwar nur über die schnellstmögliche Vorgehensweise alles gefahrlos einzusammeln, aber immerhin. Zudem kam es noch zu einem unvergesslichen Foto, dass auch auf Facebook, Instagram und vor Allem Twitter für Freude sorgte.

Auch wir beeilten uns, um zügig über den platschnassen Rasen zum sicheren Gebäude zu kommen. Dort verabschiedeten uns die sichtlich erleichterten Spieler, bevor sie allesamt in den Bus in Richtung Hotel stiegen. Wir hingegen hatten ein großes Problem. Zwar hatte uns der wirklich freundliche Taxifahrer seine Handynummer gegeben, wir hatten allerdings keinen Handyempfang. Zum Glück bekam Markus Unger das mit, kurzerhand sprach er mit einem ortsansässigem Organisator und verschaffte uns somit einen kostenlosen Privattransfer zum Hotel und ersparte uns den Fußweg in Richtung der streunenden Hunde zum nächsten Taxistand.

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Abfahrt zum Hotel

Im Hotel angekommen, gab es dann die nächste gute Nachricht, wir wurden zu einem gemeinsamen Essen eingeladen, bei dem wir die Gelegenheit haben sollten, mit den Spielern zu quatschen. Im Anschluss wollte sich das Trainerteam mit uns zusammen setzen.

 

 

 

 

Im Hotel angekommen, gab es dann die nächste gute Nachricht, wir wurden zu einem gemeinsamen Essen eingeladen, bei dem wir die Gelegenheit haben sollten, mit den Spielern zu quatschen. Im Anschluss wollte sich das Trainerteam mit uns zusammen setzen.

Unterstützt wurden wir dabei von einer weiteren blau-gelben Löwenfamilie, insgesamt waren bei dem Fanabend somit fünf Eintrachtfans anwesend. Die durchaus zahlreichen Fans die das Trainingslager bisher begleitet hatten, waren entweder schon abgereist oder recht weit vom Mannschaftshotel entfernt.

Beim Essen platzierte ich mich gegenüber vom Braunschweiger Jung Marc Pfitzner und Rückkehrer Benjamin Kessel. Zudem saß mir mit Steffen Nkansah ein Spieler gegenüber mit dem ich mich bereits mehrmals unterhalten habe, zuletzt auf der Weihnachtsfeier des Fanclubs.

Es wurde über das bisherige Trainingslager gesprochen, das enttäuschende Wetter, die Ziele für die Saison und vor allem unsere abenteuerliche Reise. Sehr amüsant fand „der Boiler“ die Tatsache, dass ich mir kurz vor dem Wechsel zurück zu uns ein Saarbrücken-Trikot mit Kessel-Flock besorgt hatte. Mit seinem Hinweis, dass jetzt ja klar sei, dass er auf mein Eintracht-Trikot drauf muss, steht dann auch der nächste Flock fest. Festgehalten wurde das Gespräch wieder durch ein gelungenes Foto.

Nach dem Essen wünschten Spieler und Fans sich gegenseitig einen guten Flug, dann ging es auch schon ab in die Lobby zum gemeinsamen gemütlichen beisammen sein mit dem Trainerstab. Anwesend waren die Co-Trainer Jonas Stephan. Markus Unger, Christian Flüthmann und Athletiktrainer Andreas Gross. Diese nutzen die Gelegenheit und plauderten drauf los, beantworteten Fragen und zeigten großen und ehrlichen Optimismus. Gerade bei Markus Unger, der in immerhin 62 Spielen für die erste und zweite Mannschaft gegen den Ball getreten hat, merkte man an, dass ihm der Verein wirklich was bedeutet. Und dass wir die gleiche Lieblingspizzeria haben.

Nachdem der Trainerstab noch zu einer spätabendlichen Sitzung verschwunden war, ließen wir verbliebenen Fans den Abend ausklingen.

Die Rückreise verlief ohne weitere Vorkommnisse, auf Twitter habe ich unter #KiviTrainingslager über die Kurzreise berichtet. Andere Berichte sind unter #belekblaugelb zu finden.

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