77 x 2 (. Herren)

Seit mittlerweile fast vier Jahren besuche ich neben der ersten Herrenmannschaft unserer Eintracht auch die zweite Herrenmannschaft, umgangssprachlich „Zwote“ genannt. In drei verschiedenen Ligen (Regionalliga, Oberliga und nun Landesliga) habe ich Stand jetzt 77 Spiele gesehen, darunter Pflicht- und Testspiele. Dabei habe ich 33 verschiedene Stadien und Sportplätze besucht, Kenner reden dabei von „Grounds“. Viele verschiedene Spieler, Mitarbeiter, Fans der Zwoten und gegnerischen Vereinen habe ich seitdem kennengelernt. Mal lief es sportlich besser, mal schlechter, ist eben auch Eintracht.

Die Heimspiele finden in der Rheingoldarena statt, dem B-Platz direkt neben dem Eintracht-Stadion. Hier hat man die einmalige Möglichkeit durch flache Stufen und einen recht hohen Zaun ein einzigartiges Blickerlebnis für die Fußballaugen zu erfahren. Mit Robin Koppelmann erlebt man hier auch mal einen anderen Stadionsprecher als im großen Stadion nebenan.

Während in der Oberligasaison 2018/19 der running gag war, dass alle Schiedsrichter immer aus Peine-West kamen, gab es bei den Profis nicht viel zu lachen, stieg man doch fast in die Regionalliga ab. Zu diesem Zeitpunkt war die Zwote, damals noch als U23, eine willkommene Abwechslung. In dieser Saison fuhr ich dann auch regelmäßig auswärts mit. Genial der Trip nach Spelle, als die grandiose 4:2-Niederlage in Meppen mit einem tollen 4:0 abgerundet wurde. Damals war ich mit Lennart im Emsland geblieben und wir schauten uns zwischen den Spielen die Gegend an, die vor allem viel nichts bieten konnte. Das Spiel in Spelle lief dann so schlecht, dass sich Trainer und Vereinslegende Deniz Doğan zu uns umdrehte und fragte, ob wir nicht unsere Spielerpässe dabei hätten. Aber sind wir ehrlich, es sind sowohl die besonders guten als auch die besonders schlechten Auswärtserlebnisse, die uns in Erinnerung bleiben. Und so werden Lennart und ich dieses Spiel wohl auf lange Zeit nicht vergessen.

Das Getränke-Hoffmann-Stadion in Spelle

Ein positives Erlebnis war das Auswärtsspiel im Waldstadion in Heeslingen: Die Gastgeber jubelten so provokant und gehässig über den späten scheinbaren Siegtreffer, dass ein Innenverteidiger die Rote Karte sah. Eben dieser Innenverteidiger fehlte beim langen, sehr langen Ball auf den dadurch völlig freien Kapitän Dominik Franke, der den Ball quasi mit dem Schlusspfiff zum Ausgleich versenkte. Frenetischer Jubel im Auswärtsblock. Na ja, also neben mir noch drei andere Eintrachtfans und eine Spielermutter, aber laut waren wir!

Auswärtsmob in Heeslingen

Im Gegensatz zu den Profis ist es bei der Zwoten auch etwas einfacher vor und nach dem Spiel mit Spielern und Trainern zu sprechen, je nach Aufbau des Grounds passiert das sogar während des Spiels. So wurde man des Öfteren dankbar begrüßt und war dann auch schon schnell bei Neuankömmlingen bekannt. Bei Instagram poste ich auch zu jedem besuchten Spiel die zehn besten Fotos, die mir während des Spiels gelungen sind.

Auswärtssieg!

Auch andere Auswärtsfahrten sollten kurios werden. So fuhren wir beim Auswärtsspiel beim FC Hagen/Uthlede einen minimalen Umweg und konnten dadurch einen Teil der Strecke auf einer Fähre absolvieren.

Auswärts mit der Fähre

In Hagen im Bremischen gab es dann eine absolute Schlammschlacht, die aber sowohl ohne Tore als auch ohne wirkliche Highlights ablief.

Schlammschlacht in Heeslingen

In der Oberligazeit kamen auch öfter mal Auswärtsfans in die Rheingoldarena, nicht nur Angehörige der Spieler. Das war manchmal angenehm, manchmal aber auch etwas nervig. Immer schade, dass die nervigen Auswärtsfans nicht den Weg in den vorhandenen Auswärtsblock finden. Aber der Ärger hielt sich meistens in Grenzen.

Auswärtsfans vom VfL Oythe

Am Ende der Saison 2018/19 wurde die U23 offiziell platt gemacht und verabschiedet. Zum letzten Heimspiel und zum letzten Auswärtsspiel, dass nicht zeitgleich mit einem Spiel der Profis war, kamen viele Fans und auch die aktive Szene.

Eine Menge mitgereiste Blau-Gelbe in Cloppenburg

So voll wie beim letzten Spiel der U23 im Mai 2019 war die Rheingoldarena lange nicht und auch seitdem nicht mehr. Doch nur kurze Zeit später besann sich der Verein nach vielen Protesten und meldete eine reine zweite Herrenmannschaft in der Landesliga an. Sechste Liga, regionale Gegner wie der TSV Germania Lamme und der BSC Acosta. Es wurde Geld gesammelt, man konnte „Held der Zwoten“ werden. Nach einigen Findungsschwierigkeiten und zwei abgebrochenen Saisons hat man sich in der aktuellen Saison erstmal gefunden und bietet durchweg gute Leistungen.

Leider hat man in der aktuellen Saison etwas Pech mit diversen Spielabsagen und hat somit deutlich weniger Spiele als die restlichen Topteams . Bis zum Saisonende müssen noch 22 Spiele absolviert werden. Es liegen somit also einige englische Wochen vor den Landesligalöwen.

kein seltenes Bild in der aktuellen Saison: Jubelnde Landesligalöwen

Da Team um Coach Marcus Danner und Torfabrik Christian Ebeling ist eine gute Mischung aus jungen, hungrigen Löwen und erfahrenen mit der Eintracht verbundenen Anführern.

Ich freue mich auf die Restrunde und hoffe, möglichst bald die 100 Spiele voll zu machen.

Heute gab es auch gleich das erste Testspiel des Jahres:

Im ersten Spiel des Jahres empfingen die Blau-Gelben den SV Blau-Weiß Neuhof aus der Bezirksliga.
Und es ging sofort los: Quasi mit Anpfiff brach Jonas Wand über Außen durch, legte den Ball flach in die Mitte wo Lukas Molter zum 1:0 einschob. Kurz darauf rutschte die Pille zum völlig freistehenden Raphael Zimpfer durch, ein Abwehrspieler hebte das Abseits auf, im zweiten Versuch fand der Ball den Weg ins Tor. Nach etwa einer halben Stunde wurde ein Distanzschuss von Leander Petry leicht abgefälscht und zappelte im Netz. Der Gästekeeper verletzte sich dabei und musste raus, Gute Besserung an der Stelle.
Auch defensiv waren die Löwen in der ersten Halbzeit gefordert, einmal kratzte ein Abwehrspieler den Ball gerade noch von der Linie, um alles andere kümmerte sich Keeper Tobias Bremer.

Profi-Leihgabe Felix Stumpe im Trikot der Zwoten


In der zweiten Halbzeit konnte sich der Feldspieler im Tor der Gäste ein ums andere Mal auszeichnen, bis er einen Flachschuss von Felix Stumpe in die lange Ecke nicht vorm Einschlag im Tor bewahren konnte. Kurz darauf wurde ein Schuss aus dem Gewühl mehrfach abgefälscht und hüpfte ins Tor, als letzter am Ball war vermutlich Emil Kischka. Ein neues Gesicht erzielte das Tor des Tages: Dominik Hänel nahm halblinks aus 25-30m einfach mal Maß und der Ball schlug im rechten Winkel ein, Traumtor!
Natürlich traf auch die Torfabrik Christian Ebeling, der Ball prallte ihm im Strafraum vor die Füße, kurz geguckt und schon hatte er den Ball im Tor untergebracht.
So gewann die Zwote das erste Testspiel des Jahrs mit 7:0.

Blau-Gelbe Grüße

Euer Kivi

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